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Offener Brief an Frau Rina Ronja Kari, EU-Abgeordnete

2015 88 Rina Kari

Ohne Zweifel sind die täglichen Menschenrechtsverletzungen und Hinrichtungen im Iran aufs äußerste zu verurteilen, allerdings werden Sie mit der Unterstützung von Frau Rajavi und ihrer Anhänger leider niemals die Menschenrechte und Demokratiebestrebungen im Iran fördern.

Offener Brief an Frau Rina Ronja Kari, EU-Abgeordnete

AAWA Association e.V. Köln, den 21.01.2015

Dipl. Ing. Ali Akbar Rastgou (Vorsitzender)

 Sehr geehrte Frau Kari,

als Exil-Iraner begrüßen wir es sehr, dass Sie, als Abgeordnete des Europaparlamentes, sich für Menschenrechte und Freiheit im Iran einsetzen.

Jedoch möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Sie mit Ihrem Engagement bei den „Friends of a Free Iran (FoFI)“ eine Lobbyistengruppe der Iranischen Volksmojahedin „Mojahedin-e Khalq“ (MEK/PMOI/MKO) unterstützen.

Als Aussteiger der MEK wissen wir, dass Maryam Rajavi nicht etwa die „Präsidentin der iranischen Opposition“ ist, sondern lediglich die Führerin ihrer eigenen Anhänger und bezahlter Lobbyisten. In der politischen Landschaft im Iran und der iranischen Gesellschaft spielen Frau Rajavi und ihre MEK nämlich überhaupt keine Rolle.

Mit ihrer zur Schau gestellten „demokratischen Opposition“, dem „Nationalen Widerstandsrat des Iran“, verfolgt Rajavi das utopische Ziel, getragen von der iranischen Bevölkerung, das Regime in Teheran zu stürzen. Dabei ignoriert sie jedoch völlig den Willen der iranischen Bevölkerung, die eher die Islamische Republik von Innen reformieren wollen, als den Staat mit Hilfe von Außen zu stürzen.

Wie „demokratisch“ die MEK wirklich ist, offenbart sich immer, wenn Sie mit Kritikern und Aussteigern konfrontiert werden. Statt eines kritischen Dialoges werden Meinungen, die nicht der Liene der MEK entsprechen sofort als „Propaganda des iranischen Geheimdienstes“ abgetan, sodass die alleinherrschaft von Maryam Rajavi und ihre politische Agenda von den Anhängern niemals in Frage gestellt oder kritisiert werden.

Ohne Zweifel sind die täglichen Menschenrechtsverletzungen und Hinrichtungen im Iran aufs äußerste zu verurteilen, allerdings werden Sie mit der Unterstützung von Frau Rajavi und ihrer Anhänger leider niemals die Menschenrechte und Demokratiebestrebungen im Iran fördern.

Wir bitten Sie im Namen der Menschen im Iran und im Namen von Demokratie und Menschenrechten:

-Lassen Sie sich nicht blind vor den Karren der MEK spannen!

-Hören Sie sich auch die Gegenargumente zu Frau Rajavis „Drittem Weg“ und ihrer Sicht der Welt an!

-Machen Sie sich ein eigenes Bild von der Situation im Iran und glauben Sie nicht alles, was Ihnen die MEK vorsetzt!

Da wir schon seit langer Zeit leider vergeblich versuchen, mit Mitgliedern der „Friends of a Free Iran“ ins Gespräch zu kommen und mehr Informationen über die genauen Ziele dieser parlamentarischen Intergruppe zu erhalten, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie die Zeit finden, sich mit uns in Brüssel zu einem kurzen Informationsaustausch zu treffen.

Mit freundlichen Grüßen,

AAWA Association e.V.

Dipl. Ing. Ali Akbar Rastgou (Vorsitzender)

Köln, den 21.01.2015