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Offener Brief zum Besuch von Maryam Rajavi in Berlin

maryam berlin2008

Der Besuch von Maryam Rajavi, die Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI)“ in Berlin war kein Akt, um für Menschenrechte im Iran zu werben und der Holocaust-Opfer zu gedenken. Der Besuch war politisch motiviert.

Köln, den 03.12.08

Offener Brief zum Besuch von Maryam Rajavi in Berlin

Unterstützung von Bundestagsabgeordneten für eine Terrororganisation

Der Besuch von Maryam Rajavi, die Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI)“ in Berlin war kein Akt, um für Menschenrechte im Iran zu werben und der Holocaust-Opfer zu gedenken. Der Besuch war politisch motiviert.

Der NWRI wollte zum Einen, durch die Veranstaltung im Haus der Parlamentarischen Gesellschaft, gezielt Druck auf die Regierung in Teheran ausüben und signalisieren, dass sie in Deutschland als politische Organisation und Opposition anerkannt sind und als Gesprächspartner in Betracht kommen. Zum Anderen war die – äußerst medienwirksam inszenierte – Blumenniederlegung am Holocaust-Denkmal ein bewusst kalkuliertes Signal an die westliche Welt, um sich deutlich von dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, der mehrfach den Holocaust geleugnet hat, abzugrenzen.

Dass hinter dem NWRI die „Volksmojahedin Organisation(PMOI)“ stecken, die in der EU, USA und Kanada auf der Liste der terroristischen Vereinigungen stehen, ist nicht immer sofort ersichtlich, obwohl der NWRI intensiv für die Streichung der PMOI von der Terrorliste eintritt.

Auf ihren Internetpräsenzen brüsten sich die Volksmojahedin damit, von Abgeordneten des Bundestages, Namentlich: Andreas Schmidt (CDU), Hermann-Josef Scharf (CDU), Anette Hübinger (CDU), Lorenz Dautzenberg (CDU), Jörg Tauss (SPD), Heinz Schmidt (SPD) und Volker Schneider (DIE LINKE),

sowie von Abgeordneten des Berliner Landtages, Namentlich: Walter Momper (SPD), Andy Jauch (SPD), Stefanie Schulze (DIE LINKE) und Gabriele Hiller (DIE LINKE), in ihren Anliegen unterstützt zu werden.

Auch der Deutsche Frauenrat e.V. und der Berufsverband deutscher Sozialarbeiter (DBSH) e.V. werden als Unterstützer genannt.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker e.V., auf deren Einladung Frau Rajavi nach Berlin kam, haben sich, nachdem sie das wahre Gesicht der Organisation erkannt haben, eindringlich vom NWRI distanziert, sich für die Einladung entschuldigt und vor den Volksmojahedin gewarnt.

Die Volksmojahedin wurden bekannt als revolutionäre Oppositionsgruppe, die unter Einsatz von Gewalt und durch terroristische Aktivitäten die Schah-Regierung bekämpft hat. Nach dem Sturz des Schahs haben sie als „Nationale Befreiungsarmee (NLA)“ im Irak als Söldner für Saddam Hussein gekämpft und tausende Kurden und Schiiten grausam getötet. Außerdem haben sie im Iran-Irak Krieg gegen ihre eigenen Landsleute gekämpft. Im Iran selbst haben sie mitlerweile keine Unterstützung mehr. Bei Ihren Anschlägen haben die Volksmojahedin zahlreiche iranische Zivilisten, offizielle Funktionäre, US-Amerikaner, Kurden und Schiiten gausam getötet. Seit der Entwaffnung der NLA durch die amerikanischen Truppen im Jahr 2003 haben sie keine Möglichkeiten mehr gehabt, militärischen Aktionen oder terroristischen Aktivitäten auszuführen. Aber Bilder aus Camp Ashraf zeigen, dass die Volksmojahedin stolz auf ihre Geschichte sind und dass sie immernoch in militärischen Uniformen große Paraden abhalten, ihren „Märtyrern“ gedenken und ihren Anführern, Massoud und Maryam Radjavi, huldigen.

Nach Außen hin versuchen sie den Anschein einer demokratischen Organisation zu erwecken und prangern intensiv die Menschenrechtsverletzungen im Iran an. Innerhalb der Organisation jedoch werden täglich Mitglieder unterdrückt, psychisch und physisch misshandelt und ihre Menschenrechte mit Füßen getreten.

Die Volksmojahedin – Organisation (PMOI) in die Position eines Verhandlungs- und Gesprächspartners für offizielle Regierungsvertreter zu erheben käme einer Anerkennung des Terrorismus als legitimes Mittel der Opposition gleich. Die PMOI haben ihre terroristische Vergangenheit nie bereut und sie immer wieder als notwendig verteidigt. Auch haben sie nie offiziell der Gewalt abgeschworen. Ihre Vergangenheit als Terrorgruppe im Iran, als Söldner für Saddam Hussein im Irak und ihre Gegenwart als Spione für die Amerikaner zeigt, dass sie mit allen Mitteln die Regierung in Teheran bekämpfen. Sollten sie die Möglichkeit bekommen wieder mit militärischen und terroristischen Mitteln zu Kämpfen, wie lange werden sie da wohl zögern?

Eine Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Terroristen, wie sie die Amerikaner vornehmen darf nicht die Politik der Bundesregierung werden. Es gibt keinen „nützlichen“ Terrorismus.

Eine Unterstützung dieser Organisation, ob sie sich Volksmojahedin, Nationaler Widerstandsrat oder wie auch immer nennen, ist nicht nur ein Zeichen der Akzeptanz von Terror und Gewalt als politische Mittel, es verletzt auch die Menschenrechte der Mitglieder, die unter der Organisation leiden, der Familien, die sich um ihre Angehörigen in der Organisation sorgen, den Hinterbliebenen von Opfern der terroristischen Aktivitäten der Organisation und nicht zuletzt der Aussteiger, die gegen den Druck und die Manipulationen der Organisation angekämpt haben, um diese zu verlassen.

Wir warnen eindringlich davor, die Volksmojahedin zu unterschätzen und auf ihre Augenwischerei herein zu fallen!

Die Vilksmojahedin praktizieren keine Demokratie, sie achten keine Menschenrechte und sie sind stolz auf ihre blutige Vergangenheit.

Diese Organisation zu Unterstützen, hilft weder den Menschen im Iran noch führt es dazu, dass Demokratie gefördert wird. Es stärkt nur das Ansehen der Volksmojahedin und den Personenkult um ihre Anführer Massoud und Maryam Radjavi.

Köln, den 03.12.08

Iranischer Kulturverein AAWA e.V.                                                  

Postfach 903173

D-51124 Köln

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