10222019Di
Last updateFr, 06 Sep 2019 9am

banner 22

Die Iranischen Volksmojahedin laden ein zu Toleranz und Gleichstellung!!?

2010 32 Mehr Unterstützung Gardian
Der „Verband Iranischer Gesellschaften Deutschland (VIGD)“ kündigt für den 7.März 2015 in Berlin eine Veranstaltung unter dem Motto „Für Toleranz & Gleichstellung - Gegen Fundamentalismus & Frauenfeindlichkeit“ an. Auch auf Facebook wird für diese Veranstaltung geworben und erste Unterstützer haben dort bereits ihr Kommen angekündigt.

Die Iranischen Volksmojahedin laden ein zu Toleranz und Gleichstellung!!?

AAWA-Association e.V. 01.02.2015

Der „Verband Iranischer Gesellschaften Deutschland (VIGD)“ kündigt für den 7.März 2015 in Berlin eine Veranstaltung unter dem Motto „Für Toleranz & Gleichstellung - Gegen Fundamentalismus & Frauenfeindlichkeit“ an. Auch auf Facebook wird für diese Veranstaltung geworben und erste Unterstützer haben dort bereits ihr Kommen angekündigt.

Der VIGD ist aber keineswegs ein Dachverband für iranische Vereine, Gemeinden oder Gesellschaften in Deutschland, wie der Name so schon glauben machen will.

Dafür gibt es bereits die Vereine „Iranische Gemeinde in Deutschland e.V.“ und „Deutsch-Iranische Gesellschaft e.V.“. Beide Vereine verfügen über eine Homepage mit einem ordentlichen Impressum und Links zu anderen iranischen Vereinen in Deutschland. Keider der beiden Vereine kannte den VIGD. Eine Verbindung zur iranischen Diaspora in Deutschland hat der VIGD anscheinen nicht.

Schaut man sich die Homepage des VIGD genauer an, so fällt auf, dass kein Impressum vorhanden ist und eine Kontaktfunahme nur über das Kontaktformular oder eine angegebene Emailadresse möglich ist. Eine Linkliste zu anderen iranischen Organisationen sucht man auch vergeblich.

In der Rubrik „Über Uns“ bekennt sich der Verein in sehr gebrochenem Deutsch deutlich zur iranischen Volksmojahedin Organisation „Mojahedin-e Khalq“ (MEK/MKO/PMOI):

Mitglieder und Aktivisten dieser Verband unterstützt der Volks Mudjahedin Organisation und dem Nationalen Widerstandsrates Iran und um befürwortet eine demokratische Umwandlung und Errichtung einer Demokratie im Iran.“

Auch ist sich der Verein auf der Homepage über seinen Namen nicht so ganz im Klaren. Auf seinem Logo nennt sich der Verein „Verband Iranischer Gesellschaften Deutschland (VIGD)“. In der Rubrik „Über Uns“ ist die Rede vom „Verband der iranischen Gemeinden in Deutschland“ und unterschrieben ist der Text mit „Vorsitzender der Union der iranischen Gemeinden in Deutschland - Hamid Moasser

Betrachtet man sich die Beiträge auf der Homepage des Vereins - www.iranzukunft.org – so findet man die bekannte MEK-Propaganda und erkennt direkt, dass es sich nur um einen der MEK-Tarnvereine handeln kann.

Bereits im Oktober 2013 fand in Berlin eine von diesem Verein organisierte Veranstaltung statt, die auf den bekannten MEK-nahen Homepages als „Bundesweites Trefen von Deutsch-Iranern in Berlin“ verkauft wurde. Der Bericht auf der Homepage des „Nationalen Widerstandsrates des Iran (NWRI)“ zeigt mit eindrucksvollen Bildern, dass es sich dabei eindeutig um eine Propagandaveranstaltung der MEK gehandelt hat, ähnlich der jährlichen Großveranstaltung in Paris.

Wir fragten bei allen uns bekannten Deutsch-Iranischen Vereinen nach, aber keiner dieser Vereine wusste von diesem Treffen oder war auch nur dazu eingeladen.

Steckt also hinter der Veranstaltung am 7. März in Berlin nichts anderes als die nächste MEK-Proagandashow?

Es gibt weitere Anzeichen dafür, dass es bei der Veranstaltung nicht darum geht, die breite Masse anzusprechen und einen offenen Dialog über „Toleranz und Gleichstellung“ zu führen.

Zwar wird diese Veranstaltung mit einem eigenen Facebook-Event beworben, allerdings fehlen die wichtigsten Informationen, wie z.B.: der Veranstaltungsort, die Uhrzeit, welche Redner auf der Veranstaltung auftreten...

Auch auf der Homepage des Veranstalters fehlen diese Informationen. Möchte man so etwa – wie in Paris - verhindern, dass unliebsame Gäste, sprich Aussteiger und Kritiker der MEK, an dieser Veranstaltung teilnehmen?

Engagierte MEK-Anhänger mobilisieren bereits ihre Truppen. Die „Demokratische Iranische Jugend – Norddeutschland“ bietet auf Facebook sogar einen Bustransfer von Hamburg aus zu dieser Veranstaltung an.

Es hat den Anschein, als wäre die Veranstaltung sehr exclusiv - organisiert von MEK-Anhängern, für MEK-Anhänger.

Außerdem hat sich die MEK bislang nicht besonders durch ihre „Toleranz“ und die „Gleichstellung“ ihrer Mitglieder ausgezeichet.

Die MEK toleriert keine Kritik an ihrer Führung. Sie toleriert keine von ihrer Ideologie abweichenden Meinnungen. Die MEK toleriert keine Beziehungen zwischen ihrer Mitgliedern untereinander. Die MEK toleriert keinen Kontakt ihrer Mitglieder zu deren Familien.

Die „Gleichstellung“ der Frauen in der MEK soll plakativ durch die „gewählte Exilpräsidentin“ Maryam Rajavi demonstriert werden. Die MEK will dadurch bewusst einen Gegesatz zur islamisch-patriachaischen Gesellschaft des Iran darstellen. Fast alle Führungspositionen in der MEK sind mit Frauen besetzt. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Frauen und Männern gleichgestellt sind.

Eine bewusste Behinderung eines Geschlechtes, in einer Gesellschaft bestimmte Positionen zu erreichen ist natürlich auch gegeben, wenn bestimmte Positionen bewusst nicht mit Männern besetzt werden, wie es in der MEK der Fall ist. Ein dadurch künstlich erzeugter hoher Frauennteil in Führungspositionen, sieht zwar auf den ersten Blick nach Toleranz und Gleichstellung aus, ist aber genau das Gegenteil davon.

Hinter der Fassade

Die MEK und ihrer Führerin, Maryam Rajavi, geben sich gerne eine staatsmännische und demokratische Fassade. Dass diese Fassade an allen Ecken bröckelt liegt wohl auch an der offensichtlichen Diskrepanz zwischen ihren offiziellen Forderungen und ihren internen Vorschriften und ihrer Ideologie.

In der vom Verband Iranischer Gemeinden in Deutschland auf seiner Homepage unterstützten „Position des Nationalen Widerstandsrats Iran zur Gleichstellung der Geschlechter“, heißt es unter Punkt vier:

Es steht Frauen frei, ihre Kleidung selbst zu wählen. Das Gesetz zur obligatorischen Verschleierung muss aufgehoben werden.“

Dürfen die Frauen in der MEK tatsächlich ihre Kleidung selbst wählen? Woher kommen dann die Bilder der Frauen in Camp Ashraf oder Camp Liberty in ihren Khakifarbenen Uniformen und gleichen roten oder grünen Kopftüchern? Wieso ist die MEK bei ihren Veranstaltungen so darauf bedacht, dass alle einheitliche T-Shirts oder Westen mit den Bildern von Massoud und Maryam Rajavi tragen?

Bei der Facebook-Aktion „My Stealthy Freedom“ (dt. „Meine heimliche Freiheit“) haben 2014 zahlreiche Iranerinnne Fotos von sich ohne Schleier gepostet, um gegen die Schleierpflicht im Iran zu protestieren – unter der Gefahr dafür bestraft zu werden. Warum unterstützen die MEK und Frau Rajavi diesen Protest innerhalb des Irans nicht? Warum gibt es von Frau Rajavi kein Foto ohne Schleier?

Weiter heißt es in dem Positionspapier unter Punkt sieben:

Frauen müssen das freie und gleiche Recht zur Wahl ihres Ehepartners haben und sich frei für eine Heirat oder Scheidung entscheiden dürfen. Sie müssen außerdem das Recht zur Erziehung ihrer Kinder haben.

Warum gibt es unter den 3000 Flüchtlingen aus Camp Ashraf kein einziges Ehepaar? Warum gab es in Camp Ashraf und Camp Liberty keine kleinen Kinder? Warum gab es keine Familien? Hatten die Frauen während der ideologischen Revolution in der MEK, als sich alle Mitglieder der MEK zwangsscheiden lassen mussten, und die Mütter von ihren Kindern getrennt wurden, damit sie sich ganz ihrer Aufgabe für die Führer und die Organisation hingeben konnten, eine freie Wahl?

Die MEK und ihre „Präsidentin“, Frau Rajavi, sollten erst mal zeigen, dass sie die von ihnen geforderten Menschen- und Frauenrechte in ihrer eigenen Organisation anwenden, bevor sie sie in den Iran exportieren können.

Bleibt nur zu hoffen, dass am 7. März möglichst wenige Menschen auf die Propaganda der MEK hereinfallen und sich nicht unter dem Deckmantel von Toleranz und Gleichstellung für die Zwecke der MEK einspannen lassen!